Wednesday, March 30, 2016

1 Monat 5 Tage - Oh das Internet - 18.Dezember

Wir waren alle ziemlich müde von den letzten zwei Tagen die von Veränderungen, Besorgungen, Schleppen und viel harter Arbeit geprägt waren. Doch wir waren überglücklich dass die Rasoul´s nicht nur in ihre erste Wohnung eingezogen waren, sondern dass wir es auch geschafft hatten sie mit den aller wichtigsten Einrichtungsgegenständen auszustatten. Das einzig notwendige was jetzt fehlte, war Internet - ein wichtiges Hilfsmittel welches Flüchtlingen unter anderem hilft selbstständig zu werden. 

Ich hatte online verschiedene Angebote abgeklappert, hatte Freunde und Tony um Rat gefragt, bevor ich gemeinsam mit Shamse zum T-Mobile Shop ging. 

Alles schien wunderbar leicht voran zu gehen. Erstmals. Der Angestellte von T-Mobile war hilfreich und freundlich und ich erklärte ihm gleich vorab die Situation in der sich Shamse befand. Wir entschieden uns für den Anfang für die günstigste Variante. Ich bat Shamse um ihren Meldezettel. Sie hatte ihn leider nicht dabei und obwohl ich eine Kopie zuhause hatte, hatte ich diese auch nicht bei mir. 

Ich rief Tony an und bat ihn Shamse´s Meldezettel Kopie vorbei zu bringen. Ein paar Minuten später, war er auch schon da und es stand uns Nichts mehr im Weg. 

Während der Herr der uns bediente den Vertrag vorbereitete, nutzte ich Google Translate um Shamse ein Internet Schutz Paket wegen der Kinder ans Herz zu legen.Google translate liess mich allerdings in Stich. Ich versuchte es erneut mit einer vereinfachten Form - vergebungslos. Ich vereinfachte es immer wieder bis ich schlicht und einfach "Porno" übersetzen liess. Shamse lass von meinem Bildschirm. Ihr Mund blieb offen und sie sagte :"Nein,nein,nein". Wir lachten viel. Sie hatte das Wort zwar verstanden, allerdings war der Zusammenhang zwischen ihrem Vertrag und Porno noch nicht klar. Ich erreichte Mo, meinen guten Übersetzer Freund in Jordanien. Wie schon mehrmals erwähnt, ist Mo auch ursprünglich aus Syrien, allerdings in Wien aufgewachsen.  Als ich ihn bat das Internet Schutz Paket Shamse zu erklären, das es dazu dient die Kinder vor Porno Seiten und dergleichen zu schützen, war es ihm auch schon etwas unangenehm mit Shamse darüber zu sprechen weil er ihr einen Respekt entgegen bringt. Er versprach mir es ihr klar zu machen, allerdings in seinen eigenen Worten.  Ich gab mein Smartphone an Shamse weiter. Shamse sprach zu Mo auf Arabisch. Sie lachte etwas, lief kurz rot an, sah mich an und übergab mir den Hörer. Ich fragte Mo ob nun alles klar war und er antwortete dass Shamse alles einwandfrei verstanden hatte. Dass er das Wort "Porno" mit dem Ausdruck "schlechte Websiten" ersetzt hatte. Shamse hatte es verstanden. Es stand ihr im Gesicht geschrieben. :) 

Das Blatt wendete sich kurz darauf. Der Angestellte von T-Mobile hatte den Vetrag ausgedruckt und verlangte nun nach Shamses Arbeitsvertrag oder Lohnzettel. Ich dachte ich falle aus allen Wolken. Ich erklärte dem Herren was ich ganz am Anfang schon erklärt hatte, dass Shamse zwar einen positiven Asybescheid hat, allerdings noch keine Arbeit. 

Mittlerweile hatten wir satte 40 Minuten im Store verbracht, damit mir der Herr sagt dass unter diesen Umständen der Abschluss eines Vertrages bei T-Mobile nicht möglich ist. 

Ich holte tief Luft und bat ihn es zumindest zu versuchen. Shamse bekam schliesslich monatlich die Mindestsicherung ausbezahlt. Es war eine Art Einkommen. Nachdem ich auf ihn einredete, rief er dann doch das Headquarter an, doch die sagten nur "Nein." Ich verlangte sofort jemanden im Headquarter zu sprechen aber auch das ging nicht, denn es war gegen die Richtlinien. 

Ich war am explodieren. Jetzt hatten wir fast eine Stunde verschwendet und ich sollte auch noch mit leeren Händen gehen? Das war absolut keine Option. Es gibt immer einen Weg. Also redete ich weiter auf den Angestellten ein, bat ihn nachzudenken und mir irgendeine Option vorzuschlagen. Und dann, endlich, schlug er vor den Vertrag auf meinen Namen abzuschliessen und im nachhinein dann einfach die Kontodaten auf Shamses Konto zu ändern. Ich stimmte zu und hatte endlich die Internet Box in den Händen.

Ich hatte in der Zwischenzeit erneut eine Spende erhalten, diesmal von Klausi und Juthi, mit der ich all die Anfangsgebühren und zwei Monate Internet decken konnte. Ich versuchte Shamse via Google Translate zu erklären dass ich bis Februar die Kosten mit der Spende decken würde und ab Februar ihre Kontodaten angeben würde. 

Shamse war unglaublich glücklich und bedankte sich tausend Mal. Sie schien auch beschämt. Dieser Vertragsprozess war anstrengend, doch was sie glaub ich mehr beschämte, ist dass ich gerade einen Vertrag für sie, laufend auf meinem Namen, unterzeichnet hatte.

Ich bin mir sicher dass die Zeiten sich ändern werden und dass all diese Prozesse einfacher werden, da sich jede Firma an die Völkerwanderungen und ihrer Folgen anpassen muss. Ich hoffe nur dass es früher als später geschieht. Das Feedback, selbständige Denken und Engagement eines jeden Angestellten der Tag aus, Tag ein, mit Kunden -  Flüchtlinge oder nicht -  zu tun hat, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Wandel. Sie berichten und sie werden erhört.

 

Thursday, March 24, 2016

1 Month 17 days - The team gets bigger - January 31st 2016

Merged together in a studio apartment was not ideal but at this moment a necessity for the Rasoul´s. Their home started slowly but surely to get cozy.

I found a TV for them through Facebook. I am not fond of TV  but I figured that the they could watch movies together on DVD with the DVD player I got them before christmas and enjoy a classic movie night with the family every now and then. Also all the DVD´s that I had bought for them, would be watched in German and that too would help them with learning the new language. 

The TV that Monika was giving away for free, was very large and of great quality. Tony picked it up and installed it. 

And on this day three more people had offered to come to the Rasoul´s and drop of donations in kind. 

Philip and Stephanie, friends of us, dropped off a lamp, offered curtain rods and more.  

Charlotte, another friend, brought a microwave that was gifted by the Dietrichs. She also brought a lovely elegant coat that fit Shamse perfectly and a drying rack. 
 
Thuy Oanh, whom I met through Facebook, and her husband dropped off a sideboard that also had three drawers. The TV fit on it perfectly as well as the DVD player and there was still plenty of room in the drawers for DVD´s, books, clothes etc.

They all met the Rasoul´s, came upstairs, shook hands, introduced themselves, helped with setting up everything, and smiled. It was lovely to see how happy the Rasoul´s were and how overwhelmed they were by all these people that helped so far. Each of them was special and I will be forever grateful for having such amazing support. 

I had brought extension cables and started to mount the TV and the DVD player. I couldn´t wait to see their faces once the amazing TV would show "Nemo"´s face in excellent quality. I realized too late that I had forgotten about an HDMI cable and decided to get one the very next day. 

I was the only one disappointed. The Rasoul´s were so humble and thankful in general, they smiled at me and said that it really wasn´t a problem. 

I smiled back, nonetheless I looked forward to getting the HDMI cable. I really wanted them to have happy moments and offer them any help they needed.  

 

Monday, March 21, 2016

1 Monat 4 Tage - Der Umzug Teil II - 17.Dezember

Mein Dreamteam war motiviert unser Umzugsprojekt welches wir angefangen hatten, zu beenden. 

Den Umzug der Rasoul's zu organisieren und sie binnen 48 Stunden voll einzurichten, war nur dank der Hilfe von Tony, Mo und Agnes moeglich. 

An diesem Tag, brachte Agnes die Bohrmaschiene ihres Vaters. Ich traf sie bei meiner Schwester im 12.Bezirk, welche am Umziehen war und einen Esstisch und 2 Stuehle zur Verfuegung stellte. Meine Mutter spendete Geschirr. 

In der Zwischenzeit war holte Mo den Vater, Abdelaziz, ab und fuhr mit ihm zu meiner Freundin Sladana, welche eine Waschmaschiene, ein Sofa und drei Stuehle zur Verfuegung stellte. 

Agnes und ich fuhren zu den Rasoul's und legten alles ab. Waehrend sie alleine weiter fuhr um noch mehr Geschirr abzuholen, blieb ich bei den Rasoul's. Natuerlich kann ich nicht herumsitzen und Nichts tun, somit entschied ich mich dafuer zu versuchen dass Stockbett selber anzuschrauben. 

Wie schon im vorherigen Blog erwaehnt, hatten wir grosse Schwierigkeiten dass am Vorabend gehabt das Bett zu montieren. Jetzt hatte sich das Blatt gewendet denn ich war ausgestattet mit einer Bohrmaschiene und einem Akkuschrauber. Meine Freunde wissen dass ich nicht wirklich sehr talentiert bin mit Werkzeug. Da ich jetzt zwei Powertools hatte, fuehlte ich mich maechtig. 

Ich betrat das Zimmer und Diar, der Juengste, schlief. Ich sah Shamse an und versuchte ihr zu kommunzieren dass ich nicht bohren wuerde, solange er schlief. Sie wiederum meinte es waere ueberhaupt kein Problem. Unser kleines Gespraech ging und her und ich liess mich ueberreden. Bevor ich allerdings anfing, leste ich mir online Informationen zu meinem Vorhaben durch und machte mich schlau. Schliesslich musste ich die Werkzeuge am selben Abend retournieren und der kommende Tag war arbeitstechnisch ausgelastet. 

Ich versuchte langsam zu bohren und schaute immer wieder zu Diar. Sanftes Bohren ist ein Ding der Unmoeglichkeit, also entschied ich mich einfach loszubohren. Diar liess ich nicht aus den Augen doch der schlief - tief und fest. Insgesamt bohrte ich 12 - 14 Loecher in das robuste Bett und Diar zwinkerte nicht einmal. Meine Finger und meine Arme begannen mir weh zu tun, doch ich wollte weder Shamse noch Helz bohren lassen. Da war ich nun und bohrte wie wild in diesem kleinen Zimmer mit dem erschoepftesten Jungen den ich je gesehen habe. 

Die Schrauben einzufuegen war etwas leichter. Diar so ruhend zu sehen, gab mir Kraft und als ich dann endlich fertig war, war ich gluecklich und stolz auf die geleistete Arbeit. Ich schickte Tony zur Sicherheit noch Fotos von meiner Arbeit an dem Bett und rief ihn an um sicher zu gehen dass auch alles passte. Leider war mein Job noch nicht getan. Es fehlten doch noch 4 Loecher und 4 Schrauben. Das Stockbett musste stabil sein. 

Waehrend ich am Telefon war, wachte Diar auf und gruesste mich mit einem Laecheln. Er und sein Bruder Mohamad wollten mir bei der Arbeit helfen. Wir hielten die Maschiene gemeinsam und die Jungs drueckten sie mit aller Kraft gegen das Bett. 

Als wir fertig waren, nahmen Shamse, Helz, Diar, Mohamad und ich den oberen Teil und legten ihn vorsichtig auf den unteren Teil des Stockbettes. Ich versuchte das Bett zu schuetteln und siehe da - es war stabil!

Gerade als wir fertig waren, kamen auch schon Abdelaziz und Mo durch die Tuere und brachten die Waschmaschien, das Sofa und die drei Stuehle. 

Agnes war auch schon am Weg zu den Rasoul's und nahm uns allen Pizza mit die wir alle gemeinsam wohlverdient vernaschten bevor wir uns wieder verabschiedeten.

Es war unglaublich. Binnen 48 Stunden hatten wir eine Waschmaschien, ein Sofa, 5 Stuehle, einen Esstisch, Geschirr, ein Bettsofa, ein Stockbett, einen Staubsauger, einen Wasserkocher, Bettwaesche und eine extra Decke organisiert. Ein Bett fehlte noch, dafuer hatten wir alle Matratzen die die Rasoul's benoetigten. 

Die Rasoul's waren so dankbar. Sie waren sprachlos. Abdelaziz sah mich an, schuettelte den Kopf immer wieder und sah in den Himmel hinauf. Eine sehr liebe Gestik die er bis heute noch immer wieder macht. 

Als ich zuhause ankam, landete ich Sturzflug im Bett. Eine froehliche Muedigkeit wiegte mich sofort in den Schlaf. 

 

2 Months 12 days - The rise of racism - January 26st 2016

By now word had spread about my taking care of the Rasoul´s. I started receiving more and more lovely messages by friends and their friends. They offered furniture and asked what else is needed. They would send me their Love and positive vibes. Their kind messages gave me strength and hope. One message however, by someone I didn´t know, made me think. 

Michael S., an Austrian, reached out through someone we know in common, asking me only why the family had come to Austria and how. I was taken aback for a second and asked him if he was offering his help. He replied that he had no way of helping them and that he was just curious to know why "exactly people are fleeing from Syria and coming mainly to Austria and Germany". 

By now, there was plenty of media coverage about the situation in Syria and its consequences. Anyone living in Germany or Austria was informed at all times and it was number one topic. Therefore his question didn´t sound like a question but rather like a passive aggressive provocation. 

I couldn´t really point my finger at what exactly the issue was but even in my circle of friends or "Facebook" friends, I noticed more and more a form of indirect racism. Most comments having the exact same structure:

1_stating at first that one is not racist. e.g.: "I am not a racist." or "I am not right winged." or "I find racism terrible." etc. followed immediately by 
2_ BUT
3_ voicing concerns such as freedom of speech, loss of culture, loss of traditions ect.

This kind of indirect racism is extremely dangerous. The poison is wrapped in a sentence which makes it even harder to spot when you´re just browsing through comments. However, every word we read, every sentence and its underlying meaning are stored in our heads and will eventually influence us.

After WWII, we learned to spot direct racism and to react immediately. We thought that we learned from the past. Yet today, direct and indirect racism are on the rise and while we all are capable of spotting one, most of us are blind to see the other. Beware of what you read, beware of what you hear. Indirect racism is still racism. Undermining it means making the same mistakes all over again.

As for me, after trying to discuss with several people that I called out on their subtle yet very strong comments, I hit a wall. The modern racist vehemently denies the underlying tone and intention of what he or she says and that alone showed me just how dangerous indirect racism is. 

People´s sentences are built in a way that they can justify everything. I call it the elastic indirect racism. You state your comment or your sentence, and while you want people to see what it is, you do not wish to be called out on it. However if someone does, you simply retrieve it. 

Racism is like virus. While we are still fighting it, a new form, a more dangerous one has formed. This form has adapted itself to rules and regulations, to laws and social media. It can reach you at any time of the day and when it does, you should recognize it as such show the door. 

Monday, March 14, 2016

1 Monat 3 Tage - Der Umzug - 16.Dezember

Mir ging der Mangel an kulturellen Angeboten für Flüchtlinge einfach nicht aus dem Kopf. Dank meiner Eltern und meiner Geburtsstadt, hatte das Privileg umringt von Kunst und Kultur aufzuwachsen. Dies formte mich als Mensch, mein Verständnis für die Welt und ihre Bewohner, ihrer Religionen und Philosophien. 
Die Rasoul´s hatten zwar nun endlich ein Zuhause, doch selbst wenn sich dies als schwierig erwiesen hatte, so war es doch schwieriger Wien zu ihrer neuen Heimat zu machen. Und genau aus diesem Grund ist ein Zugang zu Kultur und Kunst so entscheidend. Zuerst wird gelernt, dann wird geliebt. 

In Wien ist zum Beispiel ein Besuch der Wiener Staatsoper unabkömmlich und somit enstchied ich dem Presse Büro des Hauses eine Email zu schreiben. Ich erklärte meine Position als Guardian der Rasoul´s und vermerkte dass, meiner Meinung nach, Zugang zu Kunst und Kultur bei einer positiven Integration unterstützend wirken würden. Abschliessend fragte ich ob die Wiener Staatsoper die Rasoul´s einladen würde. 

Ich erhielt alsbald eine Email in welcher ich darüber informiert wurde dass mein Anliegen mit dem Direktor, Dominique Meyer, besprochen und ich danach erneut kontaktiert werden würde. Ich hielt beide Daumen fest gedrückt. 

Ich schickte auch eine Email an das Konzerthaus. Leider erhielt ich einen Monat lang keine Rückmeldung woraufhin ich mich erneut am 25. Jänner meldete. Auf diese Email wurde sofort geantwortet und mir wurde geschrieben dass mein Anliegen weiter geleitet werden würde. 

Mein Freund Mo war wieder in Wien zu Besuch und an diesem wunderbaren Tag, hatten wir beschlossen die Rasoul´s in die neue Wohnung zu bringen wo ich am Vorabend ein Bettsofa geliefert hatte. Jetzt brauchten sie nur noch Betten, Pölster, Bettwäsche, Tisch, Stühle, Geschirr...- alles BIS AUF ein Bettsofa. :) 

Ich verbrachte den Tag damit online nach gratis Möbeln zu suchen. Ich fand ein tolles Stockbett, welches platzsparend und ideal für die Burschen war. Allerdings kostete es 60 Euro. Es gab kaum gratis Stockbetten. Diejenigen die ich fand, kamen im Superpack mit 99 Problemen. Somit beschloss ich die 60 Euro für das Doppelbett zu zahlen. Mo und Tony erklärten sich bereit das Doppelbett abzuholen. Mo´s Brude stellte sein Fahrzeug zur Verfügung. Da ich der Arbeit war, war es mir nicht möglich Mo das Geld im vorhinein zu geben. Mo legte es gerne aus, nahm es danach jedoch von mir nicht an. 

Ich huschte nach der Arbeit zum Saturn und kaufte einen Staubsauger und einen Wasserkocher bevor ich Agnes traf, die auch ihre Hilfe an dem Tag angeboten hatte. 

Wir zwei fuhren mit dem Auto zu Eva und Stephans Wohnung und holten die Matratzen und ein paar persönliche Sachen der Rasoul´s ab. Wir würden uns alle bei den Rasoul´s wiederfinden. 

Die Zeit verging wie im Flug und Agnes fuhr recht schnell richtung Mariahilferstrasse sodass wir es 10 Minuten vor Ladenschluss zum Bettenreiter schafften um Bettwäsche, eine extra Decke, Leintücher und eine Battematte zu kaufen. Die 200 Euro der ersten Spende machten all diese Einkäufe möglich: der Einkauf bei Bettenreiter, die Transportkosten für das Bettsofa, der Staubsauger und der Wasserkocher. 200 Euro können sehr viel sein, wenn man weiss wo man es ausgibt und Helfer Freunde hat, wie ich sie habe. 

Tony, Mo, Agnes und ich trafen uns bei den Rasoul´s. Mo musste noch arbeiten gehen, wir blieben und machten uns dran das Doppelbett zu montieren. Es war gar nicht leicht, denn jedes Mal wenn wir es endlich geschafft hatten fast alle Lattenroste einzufügen, kam der letzte Lattenrost. Kaum war der reingeschoben, flog alls zu Boden. Das ganze wiederholten wir, weil es so lustig war, 4-5 Mal. Es fühlte sich an wie Mikado. Wir lachten viel und versuchten es immer wieder bis ich bemerkte dass es schon 22 Uhr war und wir noch lange nicht fertig waren. Wir beschlossen am nächsten Tag erneut zu kommen und das Bett fertig zu montieren. Die Kinder könnten in der Zwischenzeit auf den Matratzen schlafen. 

Während wir unsere Pläne schmiedeten, huschten die Rasoul Kinder aus dem Haus, ohne dass einer von uns etwas bemerkt hätte und kamen zurück mit Döner Kebabs für uns alle. 

Somit sassen wir uns alle auf den Boden und genossen die wohlverdienten Döner gemeinsam. 

Und anbei noch ein paar Bilder des Doppelbett Wahnsinns :) 






Friday, March 11, 2016

2 Months 11 days - German Course for Helz Part 2 - January 25th 2016

Helz was unfortunately not able to attend the German course offered at Berlitz that I had picked for her because she was not eligible for the grants offered by the ÖIF. These grants, as mentioned before, are only for refugees whose asylum has been granted and we were still waiting to hear back from the BFA - the federal office for immigration and asylum

Helz is a very smart and a quick thinker who is eager to learn and to establish herself in her new hometown. She was doing her own research too and told me about a certified German course offered by an organization that I was not familiar with called Humanic Relief. She said that the entire beginner´s course including exam would cost only 100 Euros. After my experience with Berlitz and researching courses that were listed on a government page, this sounded too good to be true. 

I called the organization who happened to be an NGO specialized in providing help to Syria and Togo. I called the office of Humanic Relief and I was told that Helz could start right away. 

Helz went to the course by herself and I decided to pick her up at 3:30pm to make sure she was in good hands before covering the costs for the course. 

The seminar rooms were clean and well taken care of. The lady at the reception desk helpful and very friendly. I spoke to Helz who really enjoyed being there. So I payed the 100 Euros for the course and more information about the upcoming exams. Helz even received several new books to learn from. 

We left the building and took the tram together when we realized she had forgotten her books at the office. I immediately called and the front desk lady was kind enough to put them aside for her to pick up the next time. 

Helz seemed very happy and so was I. Finally a course that was certified and affordable. 

By now the entire family was becoming more and more independant. Helz went home all by herself. Of course I double checked with her later on if she got home safe and sound but at the speed the Rasoul´s were becoming independent, I knew that even this phone call would be needless.


 

Friday, March 4, 2016

1 Monat 1 Tag - Das erste Möbelstück - 14.Dezember 2015

Es war ein riesen Schritt für die Rasoul´s endlich die Schlüssel zu ihrer eigenen Wohnung in Wien zu erhalten. Bis auf einen Küchenschrank mit 2 Herdplatten und einer abwasch, war die Wohnung nicht eingerichtet. Also machte ich eine Liste der wichtigsten Dinge die sie benötigen würden und ich beachtete dabei dass sie zu fünft in einer Einzimmer Wohnung leben würden. 

Da die Rasoul´s ab sofort Miete zahlten, war mein Ziel sie so schnell wie möglich einzurichten. Shamse wusste dass ich versuchte Spenden für die Familie aufzutreiben und jetzt wo ich sie brauchte, kam auch schon die erste Spende in der Höhe von 200 Euro. 

Ich suchte hauptsächlich Gratis Möbel, war aber auch bereit etwas zu zahlen wenn die Qualität passte. Ja, ich ging sehr vorsichtig mit dem Geld um. In Anbetracht der finanziellen Situation der Rasoul´s, wollte ich vermeiden dass sie auch nur einen Cent zahlen und versuchte somit aus den 200 Euros das meiste zu machen. 

Ich recherchierte auf Willhaben - einer Website die auch Inserate in der Sparte "Gratis" hat. Gratis Möbel tauchten immer wieder auf, man musste nur sehr schnell zugreifen. Ich erfuhr leider erst viel später dass es mehrere Facebook Seiten gibt die privat organisiert sind und wo man sich austauschen kann sowie auch um Hilfe bitten kann. Beispiele sind "start now" und "happy.thankyou.moreplease." Ich konnte sie während meiner Google Suche leider nicht finden und hörte von Freunden und Bekannten davon. 

Auf Willhaben fand ich ein gratis Bettsofa in sehr guter Zustand und schickte dem Herrn sofort eine Nachricht. Er war dabei umzuziehen und das Bettsofa musste am selben Tag noch raus. Da ich leider keinerlei Erfahrungen habe wie man einen LKW fährt, konnte ich mir auch keinen mieten. Tony war unterwegs und erledigte ein paar meiner To-Do´s für meine Filmpremiere am nächsten Tag und somit konnte er mir hierbei leider nicht helfen. Ich rief die Firma Veloce an, welche Zustelldienste für Möbel gerne übernimmt. Ich hielt Rücksprache mit Shamse ob es ihr Recht wäre wenn wir für das Gratis Bettsofa den Zustelldienst per Spenden bezahlen und sie war einverstanden. Ich machte mir einen Termin mit Veloce aus: 16 Uhr im 5.ten Bezirk. 

Nach der Arbeit, rannte ich in den 5ten Bezirk. Veloce war leider zu spät, die Fahrer wurden durch den Stau aufgehalten, was ein Problem war da ich Shamse auch gebeten hatte ab 16:30 zuhause zu sein. 

Der Herr der das Bettsofa zur Verfügung stellte, lebte in einem Altbau. Vierter Stock, ohne Lift. Das Sofa war zweimal so gross wie ich und wog wahrscheinlich fünfmal soviel. Da Veloce pro Stunde bezahlt wird, rief ich an und erklärte dass ich nicht für die verspätete Zeit aufkommen würde. Den Namen der Person mit der ich sprach, merkte ich mir natürlich. Für Veloce kein Problem

Da ich allerdings nicht mehr als für eine Stunde zahlen wollte, fragte ich den Herrn der mir das Bettsofa gab, ob er mir wohl helfen könnte es schon mal runter zu tragen. Ja ich war knauserig, schliesslich ging es hier um das Geld der Rasoul´s. 

Der Herr war freundlich genug mir zu helfen. Ich muss ihm die ganze Aktion anrechnen da er am schweren Ende des Sofas war - das Ende das zuerst runtergetragen wird. Mein Job war es das "leichtere" Ende zu stützen und dennoch war es eine heidenarbeit für uns beide. Vier Stockwerke runter ohne Lift. 

Es wunderte mich nicht dass die Veloce Mitarbeiter genau dann ankamen als wir das Erdgeschoss erreichten. Sie verstauten alles in den LKW, ich verabschiedete mich von allen und nahm die Strassenbahn Richtung Shamse wo ich die Veloce Mitarbeiter treffen würde. 

Ich hätte meine Mutter treffen sollen und da Veloce´s Verspätung meine Verspätung zur Folge hatte, rief ich sie an und schlug vor sie bei den Rasoul´s zu treffen. Ich wollte Shamse kontaktieren und ihr Bescheid geben dass meine Mutter auch kommen würde. Google Translate dauerte gerade zu lang und da ich glaubte jemanden in der Strassenbahn Arabisch sprechen zu hören, fragte ich das Pärchen neben mir ob sie mir den Gefallen tun könnten mit Shamse zu telefonieren. Sie lachten und ich wählte. Shamse wurde über den Besuch meiner Mutter informiert und auch darüber dass ich in Kürze gemeinsam mit Veloce ankommen würde. 

Meine Mutter war schon vor Ort. Veloce ebenso. Das Bettsofa wurde hinauf transportiert und ich bezahlte die Herrn die 35 Euro. Die Herren verliessen die Wohnung und mir fiel auf dass Shamse innerhalb 24 Stunden schon die ganze Wohnung gereinigt hatte. 

Was für eine Pracht! Das erste Möbelstück war da! Ich werde für immer die zufriedenen, glücklichen, lächelnden Gesichter von Shamse und Abdelaziz in meinem Herzen tragen und ich war auch überglücklich. 

Meine Mutter und ich verabschiedeten uns. Die Rasoul´s kehrten zu Eva und Stephan zurück und meine Mutter und ich gingen noch gemeinsam auf ein Glässchen Wein. Während wir da sassen, erklärte sie mir wie wichtig die Hilfe, die ich den Rasoul´s bat, ist. Meine Eltern sind keine Flüchtlinge. Mein Vater war ein Expat der nach Wien zog um hier zu studieren. Meine Mutter lernte in Iran kennen als er sein Visum verlängerte. Er sah sie und wusste - sie ist es. Der Iran-Irak Krieg hatte kein Ende in Sicht und meine Eltern beschlossen gemeinsam nach Wien zu ziehen. Beratung, etwas Hilfe und ein Gesellschaftsleben hätte ihnen geholfen sich schneller zurecht zu finden, sich schneller zu integrieren und Wien nicht nur als Zuhause zu sehen sondern auch als Heimat. 

    

Thursday, March 3, 2016

2 Months 10 days - Dinner with the Rasoul´s - January 24th 2016

The Rasoul´s invited me over for a sunday dinner at their home. Tony was out of town and they didn´t want me to be by myself which was very sweet. 

Shamse´s kitchen consists of one base cabinet with two burners. The dinner she served was delicious. She made a classic Syrian dish called Molokhia with Chicken. I will make sure to ask her for the recipe and post it here at some other point as, please remember, that I also need to have the recipe translated. :) In the meantime I found a recipe on a website called Aleppofood. Shamse also made rice, fried chicken and her signature salad that I love so much. I don´t know how she managed to make all of this using that one cabinet and the two burners. She´s magical. 

After dinner Diar and I were fooling around, laughing and taking pictures. At some point I sneezed and the entire family of five said "Geeee-sundheit" at the same time which means "Bless you" in German. I laughed a lot. It was ure joy to see how they were settling and learning German.  
 
It was lovely for all of us to spend one evening without paperwork and errands because it is fun. I decided to introduce them Austrian Folk music via Youtube. For some reason, I did not think that they would enjoy it. It is a very very unique kind of music after all. But as soon as the music started, Abdelaziz jumped up and danced, Shamse´s eyes got really big and she told me"Gut, Saman, sehr gut!" 

What else could you ask for? They were learning German, participating in cultural activities and on top of it all they really enjoyed Austrian Folk Music. :)