Wednesday, February 17, 2016

Tag 17 - Mohamad's erster Schultag - 30.November

Sonntag Nacht begann ich meine Bastelarbeiten an Schultüte Nummer zwei. Dieses Mal für Mohamad der ein paar Jahre älter als Diar ist. Er ist 14 Jahre alt. Ich bastelte ihm eins zu eins die selbe Schultüte die ich auch für Diar gebastelt hatte. Alle Rasoul Kinder sind kostbar und ungeachtet ihres Alters, wollte ich ihnen alle eine Schultüte schenken. Einmal Kind, immer Kind. :)

Ich rollte und schnitt, klebte Pappe aneinander, fügte etwas orangenes und gelbes Krepppapier hinzu und schrieb Mohamad's Namen mit einem goldenen Stift auf die Pappe. Ich war auch diesmal wieder aufgeregt und sehr, sehr froh dass er am nächsten Tag seinen ersten Schultag hatte. 

Als ich endlich mit dem Basteln fertig war und anfing die Tüte mit Süssigkeiten zu füllen, stellte ich fest dass ich nicht genug hatte. Ich war so beschämt und starrte eine Weile die riesengrosse Schultüte an. Ja, es war eindeutig viel zu viel Platz übrig. 

Bis dato war ich top organisiert auch wenn meine Tage und mein Zeitplan immer straffer wurden, meine To-Do Liste immer länger und mein Verantwortungsgefühl immer stärker. Der Mangel an Süssigkeiten war wie ein Schlag mitten ins Gesicht. Wie konnte ich nur vergessen mehr zu besorgen? Ich fühlte mich richtig schlecht obwohl ich auch für ihn ein nagelneues Federpenal erworben hatte, gefüllt mit allem was er am ersten Schultag benötigte. Ich rief meine Freundin Agnes an, die in der Nähe, wohnt und bat sie um Süssigkeiten. Agnes war meine Rettung an diesem Abend und ich lief in meiner Jogginghose zu ihr und retour und füllte die Schultüte voller Freude bis zum Rand voll. 

Am nächsten morgen, holte ich Shamse und Mohamad um 07:45 von zuhause ab. Abdelaziz, der Vater, war schon unterwegs um Diar in die Schule zu bringen. Voller Stolz übergab ich Mohamad die Schultüte und er freute sich sichtlich freute. Ich wünschte ich hätte ihm die Hintergrundgeschichte erzählen können aber das ging leider nicht. Es war tatsächlich so schade dass wir nicht miteinander sprechen konnten. 

Auf unserem Weg zur Schule, trafen wir auf Abdelaziz der Diar schon abgesetzt hatte und am Weg nachhause war. Er begleitete uns und wir gingen gemeinsam zur Schule. Bei der Schule angekommen, wollte ich natürlich ein Foto von Mohamad mit der Schultüte machen. Das selbe Prozedere wie mit Diar. Das einzige Problem war nur dass Mohamad die Schultüte partout nicht vor der Schule tragen wollte und noch weniger auf einem Foto. Also drückte er sie seinem Vater in die Arme. Ich fand gefallen daran ihn etwas zu necken und überreichte ihm mehrmals die Schultüte die er mehrmals seinem Vater überreichte. Wir lachten richtig viel und Mohamad wurde zusätzlich rot im Gesicht. Wir mussten unseren Spass leider vorzeitig beenden um nicht zu spät für den Unterricht zu sein und gingen zuerst zur Schuldirektorin. Als wir dort sassen, legte ich Mohamad ans Herz dass er sehr gut sein musste in der Schule da es die Basis für eine bessere Zukunft ist. Wir erhielten den Stundeplan und wurden dem Klassenvorstand vorgestellt der Mohamad gleich in die Klasse mitnahm. 

Ich blieb noch etwas bei der Direktorin welche sich die Zeit nahm mir all die österreichischen Abkürzungen im Stundenplan zu erklären. Diese waren mir nicht bekannt da ich eine französische Schule besucht hatte die ein komplett anderes Schulsystem bietet. Sie war so gütig und geduldig, sass sich neben mich hin und erklärte mir alles im Detail obwohl ihr Telefon immer wieder klingelte und hin und wieder jemand an der Tür stand. 

Sie erklärte mir auch dass, zusätzlich zu den regulären Schulstunden, die Rasoul Kinder in einen Deutschkurs geschickt wurden der allerdings an einem anderen Ort stattfand. 

Shamse und Abdelaziz gingen diese Mal alleine Nachhause da ihnen der Weg nun bekannt war, allerdings musste ich ihnen jetzt den Weg von Zuhause zum Deutschkurs und zurück zeigen. Ich konnte sie dieses Mal nicht begleiten da ich in der Arbeit war. Somit machte ich Screenshots von Google Maps, schickte sie an Shamse weiter und drückte uns allen die Daumen. Da weder die Familie noch die Schule mich je diesbezüglich kontaktierten, war es eindeutig dass die Rasoul´s klar gekommen waren.

Zwei von drei Kindern waren jetzt in der Schule. Und hier noch ein paar Fotos von Mohamad und seinem Vater. 



 

   









 

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