Meine kurzer Aufenthalt in Amsterdam war wunderschön und tat mir gut. Ich genoss die paar Tage in dieser tollen Stadt sehr. Die Rasoul´s waren immer in meinen Gedanken.
Während unserem letzten Termin beim BFA, hatte Shamse einen Flüchtling kennengelernt der ihr von der "Wohndrehscheibe" erzählte - eine Organisation die Flüchtlingen bei der Wohnungssuche unterstützt. Ich rief die Organisation aus Amsterdam an und bat um einen Termin. Der ehestmögliche Termin war Ende des Monats, am 23.Dezember. Ich nahm den Termin an und schrieb Shamse sogleich mit der Hilfe von Google Translate.
Ich schrieb auch Eva und Stephan. Wir waren immer wieder in Kontakt. Ich wollte sicher gehen dass es beiden Parteien gut ginge und sicherte beiden zu dass sie sich bei Problemen immer an mich wenden könnten. Probleme gab es allerdings keine. Beide Familien kamen sehr gut miteinander aus.
Wir trafen uns an diesem Tag um 16 Uhr von dem Gebäude. Meine Freundin Agnes, die uns die Wohnung vorgeschlagen hatte und bei Schober Real arbeitet, war auch vor Ort. Da Mo nicht mehr in Wien war, hatte ich Nora gebeten ob sie mit uns kommt um zu übersetzen. Sie war so unglaublich freundlich und holte die Rasoul´s sogar von Eva und Stephan´s Wohnung ab.
Zuerst gingen wir zur Wohnung des Vermieters und nahmen an einem grossen Tisch Platz. Uns wurden Getränke abgeboten und die Atmosphäre war sehr freundlich und einladend.
Da einer der Mieter im selben Haus aus Ägypten war, lud ihn die Vermieterin auch zum Gespräch ein. Als eine Art Reserve Übersetzer. Somit waren wir jetzt zu neunt.
Der Vermieter erklärte uns geduldig alle Einzelheiten des Mietvertrages während Nora und der ägyptische Nachbar übersetzten. Der Vermieter bot sogar die Installation eines Wasserschlauches für die Toilette an, da ihm die Sanitäranlagen der meisten Nahost-Ländern bekannt waren. Da wir alle wussten dass eine Einzimmer Wohnung für 5 Personen keiner dauerhafte Lösung war, akzeptierte er auch einen vorzeitigen Austritt aus dem Mietvertrag. Sobald die Rasoul´s eine grössere Wohnung gefunden hätten, könnten sie problemlos ausziehen. Auf Kaution wude von seiner Seite aus verzichtet und Schober Real, bzw Agnes, verzichteten auf die übliche Provision.Wir gingen noch ein paar Details bei Tee und Kaffee durch und gingen dann zur Besichtigung.
Es war ein klassischer Wiener Altbau mit sehr hohen Decken und grossen Fenstern und ja, es war eine kleine Wohnung. Bei Eintritt in die Wohnung stand man schon in einem verfliesten Raum mit Kochnische und einer Dusche. Eine weitere Türe führte zum Schlaf/Wohnzimmer - geräumig und mit Parkettböden. Die Toilette befand sich leider ausserhalb der Wohnung am Gang. Es war sicher nicht ideal für 5 Personen aber es war ein guter Start. Die Lage war wunderbar da die Wohnung sich in einem der Innenbezirke befand, unweit von den öffentlichen Verkehrsmitteln und nahe der Mariahilferstrasse. Darüber hinaus war die Wohnung knappe 15 Gehminuten von mir Zuhause entfernt. Der Vermieter der keine Kaution verlangte und auch keine erste oder letzte Miete und Schober Real die gänzlich auf ihre Provision verzichteten. Es war leistbar für die Rasoul´s und es könnte ihr Zuhause sein.
Shamse und Abdelaziz sahen sich um und beschlossen eine Nacht darüber zu schlafen. Obwohl es ein sehr gutes Angebot war und bis dahin auch unsere einzige Option, konnte ich sehr wohl die Entscheidung der Rasoul´s nachvollziehen. Die Familie war schon seit 2 Jahren, vielleicht auch mehr, unterwegs. Immer wieder am Umziehen. Sie waren müde und wollten einfach nur ein fixes Zuhause. Wenn sie diese Wohnung nehmen würden, war ein weiterer Umzug schon vorprogrammiert. Aber zu diesem Zeitpunkt durch die Wiederwilligkeit der meisten Vermieter in Wien, gab es einfach keine andere Möglichkeit ausser ein Flüchtlingsquartier.
Ich konnte die Familie nur zu meinem besten beraten und sie informieren. Natürlich hoffte ich dass sie die Wohnung nehmen würden. Das hofften wir alle. Wir verabschiedeten uns und würden Ende der Woche Bescheid geben.
Ich telefonierte auch mit Eva und berichtete ihr von der Wohnung. Sie und Stephan hatten auch vorgeschlagen im Notfall die Rasoul´s einen weiteren Monat bei sich zu hausen doch Güte sollte man nicht überspannen. Indem ich mein Wort hielt und die Rasoul´s nach einem Monat abholen würde, würden Eva und Stephan gute Erinnerungen haben und Freunden und Bekannten von ihrer postivien Erfahrung berichten. Die Rasoul´s benötigten dringend etwas Privatsphäre. Sie waren unglaublich dankbar und sind es bis heute für alles was wir für sie getan haben und tun, doch war es an der Zeit ihr neues Leben hier zu beginnen und auf ihren eigenen Beinen zu stehen.
Als ich Zuhause ankam, schrieb mir Shamse dass ihre E-Card beim Arzt abgelehnt wurde. Ich rief sofort die MA40 and welche zuständig ist für Mindestsicherung und der Versicherung durch die WGKK. Leider hatten diese natürlich schon geschlossen und ich notierte mir einen Anruf am nächsten Morgen.
Nora, die Übersetzerin die mithalf wenn Mo nicht in Wien war, schien sehr beschäftigt und ich kontaktierte die Schwester von der Verlobten meines Bruders in Köln. Suzi ist Kurdin und aus Irak, fliessend in Arabisch und Deutsch. Ich bat sie ob sie hin und wieder Zeit hätte bei wichtigen Angelegenheiten einen Konferenz Call zu haben. Ich würde Shamse dazuschalten und wir könnten somit zu dritt sprechen. Suzi war an Board und ich speicherte mir sofort ihre Nummer ein. Somit hatte ich drei potenzielle Übersetzer parat.
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