Monday, February 22, 2016

Tag 19 - Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) - 02.Dezember

Ich holte Shamse um 07:30 ab und wir fuhren gemeinsam zum BFA. Wir kamen gegen 08 Uhr an und auch hier begrüsste uns eine enorme Schlange an Menschen die vor dem Gebäude auf Einlass warteten. Es war eindeutig dass wir es nicht einmal hinein schaffen würden bevor ich in die Arbeit musste. Da ich schon des öfteren beim BFA angerufen hatte um mich über die Anträge der Rasoul´s zu informieren, hatte ich den Namen einer Mitarbeiterin parat die mich immer über den Status Quo informierte. Ich ging ganz nach vorne zum Eingang und bat einen Polizisten um Eintritt. Diesen konnte er mir leider nicht gewähren, aber er bat mich kurz neben ihm stehen zu bleiben. Einen Moment später, kam auch schon eine Dame aus dem Gebäude die fliessend Deutsch und Arabisch sprach. Sie war meine Ansprechsperson und gewährte mir den Eintritt als ich ihr berichtete dass ich zu einer Mitarbeiterin musste um Shamse´s weisse Karte zu retournieren da sie schon einen positiven Asylbescheid hatte. Die Dame liess uns daraufhin ins Gebäude.

Shamse und ich gingen durch die Kontrolle. Es war sehr viel los und da ich nicht wusste wo ich wen finden würde, fragte ich herum. Wir gingen die Treppen hoch und auch hier wieder eine unzählige Flüchtlinge die auf Einlass warteten. Ich fand die Dame die ich suchte und klopfte an ihrer Tür. Es war herrlich nach all der Zeit am Telefon endlich das Gesicht zu der Stimme kennenzulernen. Ich sagte ihr dass ich die weisse Karte von Shamse gebracht hätte um diese abzugeben. Die weisse Karte ist die Aufenthaltsberechtigungskarte. Wird ein Verfahren zugelassen, wird diese Karte ausgestellt und die Asylwerberin/der Asylwerber hat für die Dauer des Verfahrens ein Aufenthaltsrecht. 
Da Shamse´s Verfahren positiv ausgefallen war, hatte sie den Konventionspass erhalten.  Dies ist einer der Gründe warum sie einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen konnte. Sobald man diesen Pass erhält, muss die weisse Karte dem BFA retourniert werden. 

Die Dame erklärte mir dass ich eine Nummer von unten holen musste. Ich lief hinunter da mir klar war dass es sicher nur ein bestimmtes Kontigent gab. Als ich auch eine Nummer erhielt, war ich erleichtert. Als ich wieder hinauf ging und erblickte ich die Nummern-Anzeige. Trotz meiner besten Mühen, waren wir weit davon entfernt dran zu kommen. Ich ging in das Büro welches für diese Angelegenheiten zuständig ist, erklärte kurz die Situation und dass ich als Vertrauensperson agierte jedoch in die Arbeit musste. Ich wollte sicher gehen dass einen Dolmetscher vor Ort gab. Bei allen Ämtern die Shamse und ich bis jetzt besucht haben, war es immer wieder eine Freude und Erleichterung wenn Dolmetscher vorhanden waren. So auch hier beim BFA. 

Ich fühlte mich schlecht dass ich schon gehen musste. Shamse musste leider alleine warten. Ich vermittelte ihr dass sie mich telefonisch erreichen könnte und dass im Büro ein Übersetzer war der ihr helfen würde und verabschiedete mich. Wir schrieben uns noch eine Weile und Shamse gab die weisse Karte erfolgreich ab. 

Ich düste in die Arbeit. Meine Freundin Agnes hatte mir zum Geburtstag einen drei Tages Trip nach Amsterdam geschenkt. Jetzt wo die wichtigsten Sachen für die Rasoul´s vorerst erledigt waren, konnte ich guten Gewissens ein paar Tage verreisen und etwas ruhen. Auch hier gab ich den Rasoul´s Bescheid. Wo auch immer ich war, sie konnten mich erreichen. 

19 intensive Tage waren schon vergangen und ich musste dringend aufladen und etwas Saman-Zeit einräumen. 


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