Ich erwachte voller Aufregung an diesem Morgen. Heute war der Tag an dem die Pfarre der Diakonie ihre Unterkunft für Flüchtlinge schliessen musste und somit der Tag an dem die Rasoul´s an einem anderen Ort untergebracht werden mussten. Dank des grosszügigen Angebots von Eva und Stephan den Rasoul´s ein Zimmer in ihrer Wohnung für ein Monat zur Verfügung zu stellen, musste die Familie nicht in ein Flüchtlingslager.
Mo und ich machten uns was für den Nachmittag aus. Er kam erneut mit dem Fahrzeug seines Bruders. Ich fuhr direkt nach der Arbeit zur Pfarre. Die Rasoul´s waren schon fertig bepackt und bereit. Petra von der Pfarre war so freundlich und lud mich in die Abstellkammer ein die noch vollgefüllt mit Nahrungsmittel war und bat mir an mich zu bedienen. Wir packten alles mögliche zusammen und gaben es den Rasoul´s.
Die Familie hatte nicht viel Gepäck und wir konnten alles ohne Probleme ins Fahrzeug unterbringen. Helz und Mohammad, die zwei Teenager, waren mit einem Bekannten unterwegs der sie dann in der neue Wohnung absetzen würde. Eva und Steohan hatten die Matratzen am Vorabend wie geplant, erhalten und freuten sich schon auf das erste gemeinsame Abendessen mit den Rasoul´s.
Ihre Wohnung war ein richtiges zuhause. Wunderschön, gepflegt und angenehm. Es reflektierte Eva und Stephan wieder. Das Zimmer der Rasoul´s war schon bereit und wir legten zuerst alle Taschen ab.
Wir gingen hinauf und setzen uns an den Esstisch, tranken Tee und Kaffee. Mohammad und Helz waren mittlerweile auch schon da und wir tratschten danke Mo´s geduldiger Übersetzung.
Ich konnte Shamse und Abdelaziz ansehen dass ihnen diese Situation wirklich unangenehm war. Sie wollten tatsächlich niemandem zur Last fallen. Ich liess übersetzen dass Eva und Stephan sich das schon lange überlegt hatten und dass in der österreichischen Mentalität ein "ja", "ja" bedeutet und ein "nein", "nein". Sie hatten sich wirklich dazu entschieden, zu hundert Prozent.
Ich entschied,gemeinsam mit Mo, noch vor dem Abendessen zu gehen um den Rasoul´s und Eva und Stephan etwas Raum zum Kennenlernen zu geben. Wir tauschten Telefonnummern, Email Adressen usw aus und ich würde sie am Laufenden halten.
Ich plante schon am nächsten Tag wieder zu erscheinen um die Rasoul´s abzuholen und ins Museum zu gehen. Ich kontaktierte auch die Irakische Familie mit der sie in der Pfarre gewohnt hatten und lud sie ein. Kultur spielt für mich eine eine äusserts wichtige Rolle bei einer positiven Integration, genauso wie der Aufbau eines sozialen Netzwerks. Es war mein Ziel den Rasoul´s ein Zuhause zu finden und genauso ihnen Wien als neue Heimat näher zu bringen in dem ich ihnen all die Schönheiten die Wien einzigartig macht zu zeigen auch wenn keine Stadt auf Erden je die ursprüngliche Heimat ersetzen kann. Es war ein Neustart und schwierig auf so vielen Ebenen, doch ich war mir sicher dass ich die Familie mit allem austatten konnte dass sie für einen guten, positiven und stabilen Start benötigen würden. Liebe und Hoffnung waren auf meiner Seite.
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